Angekommen in Palabek - ein erster Bericht
Es ist früher Nachmittag und gemeinsam mit unserem Fahrer Bosco bin ich am Weg zu unserem Stützpunkt, um Essen für uns zu holen. Aufgeteilt auf drei Teams sind wir am Vormittag im Gebiet der Flüchtlingssiedlung unterwegs gewesen, um chronisch kranke Kinder zu versorgen. Pater José Ubaldino, der Leiter der Salesianer vor Ort, im Camp besser bekannt als „Fr. Uba“, fängt mich ab und zeigt mir einen achtjährigen Buben.
Verbrennungen höheren Grades des gesamten rechten Arms inklusive Hand sowie am Unterschenkel. Der Vorfall liegt drei Wochen zurück, die Wunde ist unversorgt. Der Junge wirkt apathisch, die alleinerziehende Mutter mehrerer Kinder besorgt. Sie hat all ihr Geld für Schmerzmittel für ihren Sohn Emmanuel ausgegeben, nun ist sie gekommen, um die Salesianer um Hilfe zu bitten. Emmanuel hat 40 Grad Fieber. Wir entscheiden, ihn ins Krankenhaus zu bringen. Nun steht ihm eine mindestens dreistündige, staubige Fahrt über Stock und Stein bevor. Noch rasch ein schmerzlinderndes und fiebersenkendes Mittel, die Wunden notdürftig abgedeckt. Wie gerne hätte ich ein Verbrennungstuch wie damals im Rettungsdienst beim Roten Kreuz dabei.

