Choose Your Mission

Die Don Bosco Mission Austria hielt Workshops zum Thema Straßenkinder - An die Ränder der Gesellschaft gehen.

Die von 22.-24. Oktober 2019 im Don Bosco Haus Wien angebotene Veranstaltung unter dem Titel "Choose your mission" fand anlässlich des "Außerordentlichen Monats der Weltmission" statt.  Papst Franziskus motiviert im Außerordentlichen Monat der Weltmission, sich konkret die Frage zu stellen: Was ist meine Mission in dieser Welt? Was heißt es, dass ich als Christin, als Christ eine Mission bin?

Während drei Tage kamen 250 Schülerinnen und Schüler von Wiener Oberstufen-Schulen ins Don Bosco Haus und beschäftigen sich  im Rahmen von Halbtags-Workshops mit der Frage nach ihrer eigenen "Mission in der Welt".  Angeboten wurden Workshops von Missio Österreich, von der Don Bosco Mission Austria, der Don Bosco Haus Jugendbildung und von verschiedenen Ordensgemeinschaften.

„Die Expertise und die Vielfalt von Ordensgemeinschaften und Hilfsorganisationen wie Missio Österreich und Don Bosco Mission Austria forderten die Schülerinnen und Schüler heraus, sich mit existentiellen Fragen zu beschäftigen und ihren Blick auf konkrete Herausforderungen in den Ländern des globalen Südens zu richten“, so Organisatorin Maria-Theres Welich vom Don Bosco Haus.
Bruder Günter Mayer hält eine Schuhputzkiste aus Nigeria Foto: Simon Kupferschmid/Missio Österreich

Die Don Bosco Mission Austria beschäftigte sich in ihren Workshops mit dem Thema „Straßenkinder und die Mission von heute: An die Ränder der Gesellschaft gehen“. Wir wollten gemeinsam herausfinden, warum Kinder und Jugendliche auf der Straße leben. Was sind die Ursachen? Welche Wege führen heraus? Was bedeutet Mission in diesem Zusammenhang?

„Kinder und Jugendliche in Österreich kennen diese Form der sozialen Ungerechtigkeit oft nicht. Mit diesem Workshop möchten wir auf das Problem der ungerechten Verteilung in der Welt aufmerksam machen und die Schülerinnen und Schüler für die Solidarität mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen sensibilisieren“, so Bruder Günter Mayer.

v.l.n.r.: Lukas Kamleithner, Anna Tiefenbacher, Sr. Christina Blätterbinder, Otto Neubauer, Pia Schildmair, P. Karl Wallner, Br. Günter Mayer

Auftakt für die Schulworkshop-Reihe machte am 21. Oktober eine Podiumsdiskussion zum Thema "Choose Your Mission". Es diskutierten Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner, Bruder Günter Mayer, Geschäftsführer der Don Bosco Mission Austria, Krankenhausseelsorgerin Pia Schildmair, Otto Neubauer, Direktor der Akademie für Dialog und Evangelisation, die Steyler Missionsschwester Christina Blätterbinder und die beiden ehemaligen Volontäre Anna Tiefenbacher und Lukas Kamleithner, die bei Einrichtungen der Don Bosco Schwestern und Salesianer Don Boscos tätig waren.

Am Podium zeigte sich die Vielfalt der Zugänge zum Thema Mission. Dabei zeigte sich die die gemeinsame Überzeugung der Diskutanten, dass es die missionarische Sendung der Kirche in der Welt von heute braucht.
 
(bs)

Oberösterreich ehrte Bruder Günter Mayer SDB

Landeshauptmann Thomas Stelzer und Salesianermissionar Günter Mayer SDB. Foto: Land Oberösterreich/Vanessa Ehrengruber

LandeshauptmannThomas Stelzer überreichte Landesauszeichnungen an Missionarinnen und Missionare aus Oberösterreich. Das Verdienstzeichen wurde dabei Bruder Günter Mayer (Salesianer Don Boscos, Geschäftsführer Don Bosco Mission Austria sowie langjähriger Missionar in Ghana, Wien) verliehen. Mit dabei war der Linzer Bischof Manfred Scheuer (im Foto unten rechts)

Am 7. Oktober 2019 ehrte Landeshauptmann Thomas Stelzer 15 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, die weltweit im Einsatz waren und sich nach diesem Ideal für eine gerechtere Welt mit ihrem Wissen und ihrer Tatkraft in den Dienst einer Mission gestellt haben:

„Sie haben dazu beigetragen, dass weltweit vieles besser geworden ist: Zum Beispiel die Steigerung der weltweiten Lebenserwartung und der Alphabetisierungsquote. Denn Entwicklungszusammenarbeit hat in Oberösterreich schon immer eine große Tradition – die Ausgezeichneten zeigen das mit ihrem jeweiligen persönlichen Beispiel!"
 
Die Salesianer Pater Otto Ledermüller SDB (2. Reihe, 2.v.r.) und Altbischof Ludwig Schwarz SDB (1. Reihe, 2.v.r.) waren mit Don Bosco Schwester Maria Christine Rathgeb FMA (2. Reihe, r.) unter den Gratulanten. Foto: Land Oberösterreich/Vanessa Ehrengruber

Der Oktober 2019 steht nach der Ausrufung von Papst Franziskus weltkirchlich im Zeichen der Mission: Die Verbreitung des Glaubens bzw. der Mitteilung des göttlichen Lebens hat für ihn stets unter Achtung der persönlichen Freiheit und der Menschenwürde sowie im Dialog mit den Kulturen und Religionen der Völker zu erfolgen.

Der 20. Oktober ist heuer der Weltmissionssonntag. Papst Franziskus hat den Oktober als „Außerordentlichen Monat der Weltmission 2019“ ausgerufen.
 
(Land Oberösterreich/red)

Das Gebet ist die stärkste Waffe

Missio Österreich hat P. Tom nach Österreich eingeladen. Foto: Kathpress

Salesianerpriester Tom Uzhunnalil ist während des „Außerordentlichen Monats der Weltmission“ in Österreich.

557 Tage Geiselhaft in der Hand islamistischer Terroristen im Bürgerkriegsland Jemen und trotzdem weder Alpträume noch Depression: Davon berichtet der katholische Priester Tom Uzhunnalil, der sich derzeit anlässlich des "Außerordentlichen Monats der Weltmission" in Österreich aufhält. Pater Tom besucht auch die Salesianerpfarre Stadlau, die Don Bosco Schulen in Unterwaltersdorf und Vöcklabruck sowie das Wiener Salesianum.

Seine eindrucksvollen Schilderungen will er als Zeugnis für die Macht von Gebet und Vergebung verstanden wissen. "Ich empfinde keinen Groll für meine Entführer und habe ihnen vergeben. Das Gebet ist die stärkste Waffe, Vergebung die stärkste Medizin", erklärte der aus Indien stammende Salesianerpater im Interview mit "Kathpress".

Die Morgenstunden des 16. März 2016 brachten einen Einschnitt im Leben von P. Uzhunnalil. Der in einem Altersheim der Mutter-Teresa-Schwestern in Aden tätige Geistliche war nach der täglichen Morgenmesse mit Anbetung gerade bei einer Segnung in der Kapelle, als bewaffnete Islamisten das Gelände stürmten und 16 Mitarbeiter - davon außer den vier katholischen Ordensfrauen alle Muslime - erschossen. P. Uzhunnalil war nicht als Priester erkenntlich und wurde von den Angreifern gefragt, ob er Muslim sei. Nach seiner Antwort "Ich bin Christ" glaubte er, nun sei er an der Reihe. Er wurde jedoch gefesselt und mit verbundenen Augen in einen Kofferraum verfrachtet und zu einem Haus in der Stadt Aden gebracht.

Dies war der Beginn der eineinhalbjährigen Gefangenschaft von P. Uzhunnalil an insgesamt drei verschiedenen Orten, jeweils in verschlossenen Zimmern. "Ich hatte weiter die Augen verbunden und wurde bewacht, verstand das im Haus vernehmbare Arabisch jedoch nicht. Meine Entführer verhörten mich zwar anfangs und drehten mehrere Videos mit mir. Niemals aber schlugen oder folterten sie mich, sondern sorgten vielmehr darum, dass es mir an nichts fehle: Ich bekam Essen - sogar im Ramadan - und, als ich erkrankte, Paracetamol, obwohl dies zu Kriegszeiten schwer erhältlich war", berichtete der Priester im Interview. Einzig das von ihm als Diabetiker benötigten Insulin gab es im Jemen nicht - weshalb er in Summe um fast 30 Kilogramm abmagerte.

Gebete, die erhört wurden
Die Geiselhaft sei für ihn eine "Vertiefung des Glaubens an Gott" gewesen, gab der indische Salesianermissionar rückblickend an. Er habe ein intensives Gebetsleben gepflegt, "mit den Angelus-Gebeten, der Betrachtung des Rosenkranzes und des Kreuzwegs, dem Barmherzigkeits-Rosenkranz sowie täglich einer Messe, die ich in Ermangelung von Brot und Wein immer nur geistlich feierte". Sein Schlaf sei stets gut gewesen. "Wenn ich aufwachte, dankte ich Gott. Ich bat ihn darum, dass man mich so bald wie möglich freilassen möge, zugleich aber auch um die Gnade, den Auftrag, den er mir zu gedacht hatte, gut zu erfüllen", sagte Uzhunnalil. Sorgen oder Todesangst seien bei ihm nie aufgekommen.

Vieles habe ihm bestätigt, dass die Gebete gehört wurden, allen voran die Tatsache seines Überlebens und der guten Behandlung durch die Entführer, betonte der Salesianerpater. Allerdings habe ihn anfangs die vor seinen Augen geschehene Ermordung der Schwestern beunruhigt. "Mein größtes Gebetsanliegen war, dass sie bei Gott seien. Eines Tages drängte mich etwas, Gott um Regen zu bitten als Bestätigung dafür. Am Abend ging ein heftiges Gewitter mit Starkregen über Aden nieder." Papst Franziskus hatte die vier Ordensfrauen als Märtyrerinnen bezeichnet. Sie hätten ein "heiligmäßiges Leben" gehabt und seien gut vorbereitet gestorben - "das kann ich als Beichtvater bestätigen", erklärte Uzhunnalil.

Niemand als Feind sehen
Doch auch die Entführer, die der Priester als Mitglieder der Al-Kaida oder des IS wähnte, kamen in seinen Gebeten vor. "Schon vor dem Angriff auf unser Zentrum haben wir mit den Schwestern täglich außer für das Kriegsende auch für die Fundamentalisten gebetet, dass sie im Herzen umkehren mögen und Gott ihnen barmherzig sei. In den Schreckmomenten selbst und an allen Tagen meiner Gefangenschaft behielt ich das bei. Jesus hat gesagt: 'Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.' Wir sollen das genauso halten", erklärte der Ordensmann. Christen hätten auch den Terroristen zu vergeben. "Alle Menschen sind von vornherein gut. Manche verführt ihre schwierige Lage und Unterdrückung zu Radikalismus und extremen Reaktionen. Wir dürfen sie nicht als Feinde sehen oder mit gleichen Waffen bekämpfen, auch wenn wir ihre Auffassung nicht teilen."

Pater Toms Gefangenschaft endete am 12. September 2017 im Oman, wobei ihm die Hintergründe sowohl der Entführung als auch der Freilassung nicht bekannt sind. Als seinen nunmehrigen Auftrag sehe er, den vielen Menschen weltweit zu danken, die in den 18 Monaten für ihn gebetet hatten, betonte er. "Christen auf allen Kontinenten, aber auch Muslime und Hindus haben für mich gebetet. Dass ich hier bin und lebe, ist die Frucht des Gebetes. Gott existiert, und er erhört die Gebete und beantwortet sie immer." In Zukunft hoffe er, wieder in den Jemen zurückkehren zu können: Die Mutter-Teresa-Schwestern hätten in ihren drei verbleibenden Standorten im Land - der von Aden wurde mit dem Terrorangriff 2016 ausgelöscht - weiterhin keinen Priester.

(KAP/red)

Das Gebet ist die stärkste Waffe

Gemeinsame Feier beim Gottesdienst in der Don Bosco Pfarre Wien Stadlau mit den Salesianern und den Mutter Teresa Schwestern.
Was war Ihre Motivation, in die Mission zu gehen?
In der zehnten Schulstufe kamen Salesianer zu uns in die Klasse und erzählten uns von ihrer Arbeit. Zwei haben sie dann gemeldet, dass sie diese Art von Arbeit interessiert. Ich war einer und so bin ich näher mit dem Orden in Kontakt getreten, stufenweise bis zum Eintritt. Dann habe ich jahrelang als Lehrer gearbeitet und schließlich meinen Provinzial gefragt, ob ich nicht eine Pause von der Schule einlegen könnte. Ich würde gerne in die Mission gehen. Das wurde dann bewilligt. In den Jemen bin ich durch die Anfrage der Mutter-Teresa-Schwestern gekommen, die um eine spirituelle Begleitung gebeten haben. Die Salesianer haben die Aufgabe angenommen und ich war einer von vier Mitbrüdern, die im Land gearbeitet haben, aufgeteilt in vier Pfarren. Wir haben hauptsächlich Christen aus anderen Ländern betreut, die im Jemen gearbeitet haben.

Wie haben die Menschen im Jemen Ihre Arbeit als katholischer Priester, als Missionar gesehen?
In dem Seniorenheim in Aden wussten die Bewohnerinnen und Bewohner, dass ich Priester bin. Ich war ja als spiritueller Begleiter der Mutter-Teresa-Schwestern präsent. Einmal habe ich auch einen Koran erhalten und die englischsprachige Übersetzung gelesen. Menschlich hatte ich mit der Bevölkerung keine Probleme im Jemen, mit Muslimen hatte ich aber wenig Kontakt.

Zehn Mal an Malaria erkrankt

Der 85-Jährige Salesianerpriester unterstützt Waisen- und Straßenkinder in der Demokratischen Republik Kongo. Foto: Wolfgang Zarl

Der charismatische Pater Johann Kiesling schenkt sich selbst nichts: Zehn Mal erkrankte er bereits an Malaria und der 85-Jährige setzt sich dennoch weiter mit aller Kraft für die Ärmsten der Armen ein. Diese leiden etwa unter Lepra oder Malaria.

15.000 Quadratkilometer umfasst sein riesiges Wirkungsgebiet: Bei seinem Besuch in der Salesianerpfarre Amstetten Herz Jesu informierte der Salesianer-Priester über seine Arbeit in Kipushya im Kongo. Er dankte den Amstettnern, die ihm schon so großzügig geholfen hätten: „Jede auch noch so kleine Gabe hat große Wirkung, um den Hunderten Straßenkindern und Waisenkindern eine Existenz aufzubauen.“

Die Not sei in manchen Regionen sehr schlimm und die Hilfe vielfältig, so werden zum Beispiel Brunnen gebaut und es wird ein medizinischer Blutaustauch für Malaria-Erkrankte ermöglicht . Um den Kindern und Jugendlichen zu helfen, brauche es Lehrstellen und dafür benötige man Werkstätten und Wohnungen.

P. Kiesling steht damit ganz in den Spuren des Wirkens des bekannten Jugendpatrons Don Bosco. Der Priester: „Wir können uns gewiss sein, dass uns Jesus eine schöne Wohnung bereitet.“ Umgekehrt könnten auch wir diesen jungen Leuten im Hier und Jetzt eine Wohnung bereiten. Das Glück von Menschen könne mit einer Lehre beginnen und dieses Glück werde gewiss an noch mehr Menschen weitergegeben.

Seit mehr als 35 Jahren ist Kiesling im Einsatz. Unermüdlich hat er zahlreiche Projekte - mit vielfacher Unterstützung aus Österreich - umgesetzt. Und die Hilfe geht weiter. Er vertraut auf die Barmherzigkeit Gottes!

Zum Schutz für die Indigenen und den Regenwald

Zum verstärkten Schutz der indigenen Völker und des Regenwalds hat die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) aufgerufen. Die Don Bosco Mission Austria ist Mitglied in der KOO und unterstützt die Anliegen zur Verbesserung der Situation der Indigenen Bevölkerung in Lateinamerika.

KOO-Geschäftsführerin Anja Appel nahm sowohl Politik als auch Zivilgesellschaft und besonders die Kirche in die Pflicht. Die jüngsten Nachrichten über eine dramatischen Anstieg der Abholzungsrate in Brasiliens Regenwald im heurigen Jahr sind aus Sicht der KOO alarmierend. Dahinter, so Appel, stehe eine radikale Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro, "für den der Wald Quelle ökonomischen Profits und die dort ansässigen indigenen Völker ein Hindernis darstellen".

Freilich: Die Abholzung des Regenwalds geschehe vorrangig, um Weideland für Rinder und Anbauflächen für Soja und Palmöl zu gewinnen, so die Expertin; alles Produkte, die dem Export auch nach Europa dienten. Appel: "Den ökologischen und sozialen Preis dieser Produkte zahlt die gesamte Menschheit. Denn mit dem Verlust des Waldes und der Biodiversität gerät unser aller Leben noch weiter in Gefahr." Die Indigenen zu schützen und den Wald zu bewahren "fordert von uns daher eine Änderung des Lebensstils, wird in Folge aber unsere gemeinschaftliche Lebensqualität verbessern".

Hoffnungen setzt die KOO-Geschäftsführerin in die von Papst Franziskus für 6. bis 27. Oktober im Vatikan angesetzte Amazonien-Bischofssynode, die die Situation der Indigenen ganz besonders in den Blick nimmt: "Die Synode rückt die Indigenen von der Peripherie ins Zentrum weltkirchlicher Aufmerksamkeit, damit nicht nur die Bischöfe, sondern auch Gemeinschaft der katholischen Christinnen und Christen zu Hörenden und Sehenden werden. Das Leid der Schöpfung ist unermesslich groß und es ist jetzt die Zeit, endlich unser Handeln zu ändern. Wir wissen darum und viele tun dies bereits, aber bei weitem nicht genug."

Gerade Gläubige hätten eine besondere Vorbildfunktion, betonte Appel: "Wir wollen und sollen missionarisch wirken, unseren Glauben verkünden mit Taten und Worten. Tun wir dies gemeinschaftlich, können wir viel bewirken und Weitere mobilisieren. Und das meint nicht nur die Veränderung der individuellen Konsumgewohnheiten, sondern auch eine Konsequenz für das eigene politische Handeln, ob aktiv oder im Rahmen der Wahlen."

Dramatische Zahlen
Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet nahm zuletzt rasant zu. Im Juli wurden 2.255 Quadratkilometer Wald gerodet, ein Anstieg von 278 Prozent gegenüber dem Juli 2018, wie lokale Medien berichteten. Präsident Bolsonaro hatte die alarmierenden Zahlen zuletzt als Lügen bezeichnet und die Führung der staatlichen Behörde ausgewechselt, die die Abholzung misst.

(KAP/red)

weltkirche.tagung 2019

Schloss Puchberg bei Wels

Die Don Bosco Mission Austria nahm von 19. bis 20. Juli bei der Weltkirche Tagung 2019 zum Thema  "Amazonien - spirituell Wandel gestalten" im Schloss Puchberg teil.

Im Fokus der von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) und der MIVA  in Zusammenarbeit mit den Ordensgemeinschaften veranstalteten Tagung stand die für Oktober im Vatikan geplante Amazonien-Synode.

Die Kirche müsse eine "ökologische Spiritualität" vorleben und sich zugleich klar auf die Seite der von Vertreibung und Verelendung bedrohten indigenen Bevölkerung Südamerikas stellen, mahnte die Referentin Silva dos Santos. Die brasilianische Ordensfrau, die in der bolivianischen Prälatur San Ignacio de Velasco einen Vorbereitungsprozess auf die Synode begleitet hat, berichtete in ihrem Vortrag von grassierender Armut, wirtschaftlicher und ökologischer Ausbeutung und einer zunehmend prekären Existenz der Bevölkerung. Angesichts dieser Entwicklungen würden sich die Menschen in der Region ein starkes Bekenntnis der Kirche wünschen, auf ihrer Seite zu stehen, so die Ordensfrau. Insgesamt zeigte sich Silva dos Santos zuversichtlich, dass diese Aufgaben einer Kehrtwende zu einer "ökologischen Spiritualität" gelingen könne: "Es ist schwierig, aber wir schaffen das", so ihr abschließender Appell.

Theologe Franz Weber hob in seinem Referat hervor, dass die Amazonien-Synode schon im Vorfeld ein "Signal für die Zukunft und auch ein Anstoß für die Kirche in Österreich und in Mitteleuropa" sei. Zwar seien der Synoden-Vorbereitungstext und das "Instrumentum Laboris" mit ihren Vorschlägen weit vorsichtiger als die Reformerwartungen vieler in der Kirche ausgefallen und "alles eher als kühn". Eine Entwicklung hin zu neuen Ämtern und Diensten in der Kirche, ausgehend von der Amazonas-Region, halte er aber durchaus für einen Schritt in die richtige Richtung.

Die Theologin und Ordensfrau Sr. Birgit Weiler sieht die Amazonien-Synode  als Grundlage für die "Spiritualität einer ganzheitlichen Ökologie", die auf indigenes Wissen zurückgreift und bereits die Enzyklika "Laudato si" geprägt hat: Die aus Diusburg stammende missionsärztliche Schwester, die seit 1995 als Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Antonio Ruiz de Montoya in Lima lehrt, skizzierte Ansätze für neue Formen der Evangelisierung in Lateinamerika. Wichtig sei die "Präsenz einer mutigen Kirche vor Ort" und, dass die neuen Wege der Evangelisierung "für das in dieser Region lebende Volk Gottes und mit ihm" erarbeitet würden, betonte die Lateinamerika-Expertin. Einzubeziehen seien dabei sowohl Bewohner der Gemeinden und des Landesinneren als auch der Städte und der großen Metropolen, Flussanrainer, Zuwanderer und Vertriebene und besonders die indigenen Völker, wie auch schon das Synoden-Vorbereitungsdokument festgehalten habe.

(bs/KAP)

Für mich, für dich, für alle!

Flott unterwegs wie Pater Randa und Pater Rinderer (beide links)

5.400 EUR Reingewinn beim dritten Spendenlauf im Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf. Die sportliche Schulgemeinschaft lief am Freitag, dem 21. Juni 2019 für die Hilfe der Salesianer in der Don Bosco Ciudad in Medellin in Kolumbien.

„Schülerinnen und Schüler setzen sich mit sportlicher Begeisterung für andere Kinder und Jugendliche ein und geben ihnen damit eine neue Chance für ihre Zukunft“, lobt Bruder Günter Mayer SDB, verantwortlicher Salesianer für die Don Bosco Mission Austria, die jungen Sportlerinnen und Sportler aus dem Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf.

Die Schulgemeinschaft hat mit dem erfolgreichen Laufevent die Hilfe für Missionsprojekte der Salesianer Don Boscos etabliert. Diesmal liefen die Schüler/innen, Lehrer/innen und auch einige laufbegeisterte Salesianer zugunsten der Don Bosco Ciudad in Medellin, Kolumbien. So waren auch Hausdirektor Pater Hans Randa SDB und Pater Josef Szigeti wieder mit dabei und zogen ihre Sportschuhe für den Lauf an.

Die neuen Rucksäcke der Don Bosco Mission Austria wurden von Schülerinnen präsentiert und getestet.

Ein großer Erfolg
Die Jugendlichen aus der Ciudad Medellin haben für den Spendenlauf bunte Don Bosco Armbänder geknüpft. Mit dem Startgeld von 10 Euro erhielt jede/r Schüler/in ein Armband. So kamen viele Kilometer und 5.400 Euro Reingewinn zusammen. Ein großer Erfolg!

Die Salesianer Don Boscos betreiben in Medellin, die zweitgrößte Stadt Kolumbiens, die „Ciudad Don Bosco“. Die „Stadt Don Boscos“ ist ein Zentrum der Hoffnung. Mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich dort um Kinder aller Altersgruppen. Die Kinder und Jugendlichen, die in der Ciudad Don Bosco untergebracht sind, sind ehemalige Kindersoldaten, Waisen und Straßenkinder oder Kinder, die wegen Gewalt, Missbrauch, Drogen, Sucht und Armut von ihren Familien getrennt wurden.

Bruder Günter Mayer wird die Spenden an die Don Bosco Ciudad weiterleiten. Seit ihrer Gründung 1965 haben mehr als 85.000 Kinder die Programme der Ciudad Don Bosco durchlaufen – getreu dem Motto: Para mí, para ti, para todos! Für mich, für dich, für alle!

Spendenkonto Don Bosco Mission Austria
IBAN AT33 6000 0000 9001 3423. Die Spende ist steuerlich absetzbar. Registrierungsnummer: SO2476

(presse don bosco / bs)

Don Bosco Mission Austria bei Berufsbildungsmesse in Ghana

Die Salesianer Don Boscos nahmen von 29. November bis 1. Dezember 2018 bei der Internationalen Berufsbildungsmesse "Educata Ghana 2018" im La Palm Royal Beach Hotel in Accra  teil.

Ein starkes Team des PDO Ashaiman (Projektbüro der Salesianer Don Boscos) mit Fr. Mark Anthony SDB, Benson OS Boateng und Br. Patrick Sokuu SDB war für die Planung, Organisation und Implementierung eines eigenen Ausstellungsstandes sowie der Koordination der Schüler/-innen und Studierenden vor Ort zuständig.

Educata Ghana 2018 bot eine einzigartige Plattform für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Fachleute, private und staatliche Unternehmen. Mehr als  1.000 Organisationen, Körperschaften, Institutionen, Unternehmen und Zentren waren anwesend und/oder vertreten. Unter den Ausstellern waren Institutionen und Einrichtungen aus der EU, aus Deutschland, Australien, Kanada und Ghana.

Neben den Ausstellern gab es kreative Ecken mit Diskussionen im Fernsehsender TVET, eine Unternehmerinsel mit Vorträgen und Diskussionen zu firmenspezifischen Themen sowie verschiedene Aktivitäten in Bezug auf Grundschul- und Hochschulbildung in Ghana.

Besuch von Bildungsminister Matthew Opoku-Prempeh

       

Schlimmste Flut seit 100 Jahren

Durch das Wasser wurden zwei Schulbusse wurden schwer beschädigt und fahruntüchtig.

Nach den schwersten Überschwemmungen in Kerala, Südindien, seit über 100 Jahren war auch die Don Bosco Schule Angamaly mit mehr als 1.200 Schülerinnen und Schülern betroffen. Das Schulgebäude stand unter Wasser, sämtliche Einrichtungsgegenstände im Erdgeschoß wurden beschädigt und gingen verloren.

Auch die Schulbusse, die die Schulkinder aus den umliegenden Dörfern in die Don Bosco Schule tagtäglich befördern, waren von der Flut betroffen. Wasser kam über die Fahrerkabine in den inneren Teil des Busses sowie in den gesamten Motorraum. Zwei Schulbusse, die älter als sieben Jahre waren, wurden schwer beschädigt und dadurch fahruntüchtig.

Mit der Unterstützung von 10.000 Euro konnte über die MIVA Austria (Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft) ein neuer Schulbus für die Don Bosco Schule Anagamaly angeschafft werden und die Kinder wieder sicher zur Schule gebracht werden.

Lassen Sie sich verzaubern!

Br. Günter Mayer SDB mit Gregor Hirscher

Am 7. Juni lud der ehemalige Volontär Gregor Hirscher zur Präsentation und Lesung aus dem Buch „Der Sepoy“ in den Festsaal des Wiener Salesianums.

Br. Günter Mayer, Geschäftsführer der Don Bosco Mission Austria, begrüßte zusammen mit Gregor Hirscher die etwa 30 jungen Gäste, darunter viele ehemalige Volontärinnen und Volontäre.

Gregor Hirscher war ein Jahr lang als Volontär in einem Salesianer-Projekt in Bangalore, Indien. Sein Buch erzählt von dem jungen Volontär Maximilian und seiner ambitionierten Mission unter den jugendlichen Straßenkindern Indiens.

Die Buchpräsentation und Lesung wurde abgerundet mit einer musikalischen Begleitung der Band „Bottleheads“, die anschließende Agape lud ein zu zahlreichen Gesprächen und rundete einen spannenden und unterhaltsamen Abend ab.

Der Roman, 524 Seiten, erschien erstmals als Taschenbuch Dezember 2017 im Hirscher Verlag. https://hirscherverlag.jimdo.com

Gregor Hirscher abschließend: „Das Volontariat Bangalore in Indien bei den Salesianern Don Boscos war für mich eine Erfahrung von unschätzbarem Wert, das auch mein Leben geprägt hat. Ich möchte aus Dankbarkeit etwas zurückgeben, darum unterstütze ich die Don Bosco Mission Austria die auch in Indien einige Straßenkinder Projekte unterstützt.“

(Brigitte Sonnberger)

Von der Kindersoldatin zur Studentin

Mutig: Claudia (Name geändert) sprach beim Don Bosco Forum in Bonn.

Weltweit gibt es 250.000 Kindersoldaten. In Kolumbien kümmern sich die Salesianer Don Boscos um Kinder, die bei Rebellengruppen gekämpft haben - und versuchen, sie auf ein Leben danach vorzubereiten.

Einen Traum vom „normalen Leben“ träumt die 20-jährige Claudia (Name geändert). Mit 16 Jahren schloss sich die damalige Schülerin aus armen Verhältnissen in Kolumbien einer Guerillagruppe an, war Teil des Bürgerkriegs. Nach 15 Monaten wurde sie von der Armee verhaftet und in die Obhut des Jugendamtes übergeben. So fand sie den Weg zu Don Bosco in Medellín, wo sie die verlorene Schulzeit nachholen konnte und heute Gesundheitsmanagement studiert.

In die Gesellschaft eingliedern
„Die Zeit bei der Guerilla wird immer ein Teil von mir bleiben. Aber dank der Hilfe von Don Bosco konnte ich das Erlebte überwinden und meinen Traum von einem Studium verwirklichen“, erzählte die junge Frau mit strahlendem Lächeln. Noch heute leben 126 Mädchen und Jungen, die während des Bürgerkriegs bei bewaffneten Gruppen aktiv waren, in der Obhut der Salesianer. In der Ciudad Don Bosco werden sie psychologisch betreut, schulisch gefördert und nach Möglichkeit in ihre Familien wieder eingegliedert.

Zur Dokumentation über Kindersoldaten der Misiones Salesiana: HIER

Die Rechte von Jugendlichen stärken
„Wie kann aus Träumen Wirklichkeit werden? Jakob und Ernest, die für mehr Menschlichkeit eintreten, oder Claudia, die als ehemalige Kindersoldatin ihren Traum vom Studium lebt, unsere vielen Volontäre, die weltweit einen Friedensdienst leisten, sie alle sind Botschafter und unsere Hoffnung. Denn Jugendliche in ihren Rechten bestärken und sie damit zu Verfechtern von Frieden und Gerechtigkeit werden zu lassen, das ist unser Anliegen“, erklärte Nelson Penedo, Geschäftsführer von Don Bosco Mission Bonn beim Don Bosco Forum in Bonn.

(don bosco mission bonn/red, Foto: Don Bosco Mission Bonn/ R.Unkel)

Was ich glaube

Bruder Günter Mayer gab im Rahmen der 25-Jahr-Feier der Salesianer in Ghana ORF-Redakteurin Gundi Lamprecht ein Interview für die Sendung: „Was ich glaube“.

Darin erinnert er an den Auftrag der Salesianer: „Man muss jungen Menschen eine Chance geben und eine Ausbildung.“ Was bedeutet das in der Mission? „Jetzt spricht man nicht mehr nur von der Mission, sondern von der Entwicklungspolitik. Ich muss schauen, dass Menschen menschwürdig leben können. Wir als Europäer haben eine Mitverantwortung. Wir haben jahrhundertelang aus diesen Ländern Ressourcen rausgenommen. Es ist eine Pflicht, etwas zurückzugeben.“

Der Mensch braucht eine Zukunft
Was Bruder Günter Mayer besonders beschäftigt ist die Fluchtbewegung vieler Menschen aus afrikanischen Ländern nach Europa – durch die Wüste und über das Mittelmeer: „Die Menschen riskieren ihr Leben. Was muss einen Menschen dazu treiben, dass er so eine Strapaze auf sich nimmt? Der Mensch braucht eine Zukunft.“

 

 

Don Bosco in Afrika

Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am Samstag, dem 25. November 2017, zum Seminar „Don Bosco in Afrika“ ins Salesianum in Wien. Dazu eingeladen hatte das Don Bosco Bildungsforum in Zusammenarbeit mit der Don Bosco Mission Austria.

Bruder Günter Mayer, der selbst 18 Jahre lang als Missionar in Ghana gearbeitet hat, gab einen Überblick über die historische Entwicklung der Salesianer Don Boscos in Afrika und berichtete über die aktuelle Arbeit der Mitbrüder anhand von ausgewählten Beispielen aus Ghana. In einem Kurzinterview stellte Provinzial Pater Petrus Obermüller Bruder Günter, der jetzt Leiter der Don Bosco Mission Austria ist, und seinen missionarischen Werdegang vor.

Schwester Birgit Baier, Missionsprokuratorin der Don Bosco Schwestern in Deutschland, berichtete in ihrem Referat über die Geschichte der Don Bosco Schwestern in Afrika und über die Arbeit ihrer Mitschwestern am afrikanischen Kontinent. Sie kümmern sich vor allem um Kleinkinder und hilfsbedürftige Frauen, insbesondere um junge Mütter. Die sehr anschauliche Präsentation wurde durch zwei Kurzfilme über die Don Bosco Schwestern und ihre Arbeit in Benin (Cotonou) und Südsudan (Wau, Gesundheitszentrum) ergänzt.

Als dritter Part berichtete der ehemalige Ghana-Volontär Alexander Gundendorfer aus Oberösterreich von seinen Erfahrungen, die er während seines 14-monatigen Aufenthaltes in Sunyani in Ghana gemacht hatte. Seine persönlichen Eindrücke und Schilderungen vermittelten dem Publikum ein lebendiges Zeugnis dieser wichtigen Freiwilligenarbeit mit den Salesianern Don Boscos.

Nach einem ausgiebigen und ausgezeichneten Mittagessen – Lana Ivanjek sorgte mit ihrem ambitionierten Küchenteam für ein dreigängiges Menü mit Suppe, Lasagne und Tiramisu – leitete eine österreichisch-senegalesische Combo den Nachmittag mit afrikanischen Trommeln und Tänzen ein. Die rhythmisch-ausdrucksstarke Darbietung wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen.

Es folgten drei Workshops: Bruder Günter Mayer mit dem Thema „Wie die Kirche heute Mission versteht und wie Mission und Entwicklungsarbeit sich ergänzen können“ – Schwester Birgit Baier mit dem Thema „Der hohe Stellenwert der Religion in der afrikanischen Bevölkerung und welches Potential steckt in der Religion für nachhaltige Entwicklung und Frieden“, und Carina Baumgartner mit dem Thema „Erfahrungen und verschiedene Methoden des Freiwilligendienstes“.

Die Workshops wurden gut besucht, boten einen intensiven und regen Austausch und vermittelten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch einen Blick in die Zukunft.

Zum Ausklang übten sich alle Anwesenden unter der Anleitung von Carina Baumgartner in äthiopischen Volkstänzen. Ein gemeinsames Gebet mit Pater Emmanuel Obi aus Nigeria und Dankesworte von Provinzial Pater Petrus Obermüller beendeten den lebendigen Tag.

Die Don Bosco Mission Austria freut sich über die zahlreiche Teilnahme, über das rege Interesse am Thema „Don Bosco in Afrika“ und über das gelungene Miteinander im Geist Don Boscos.

(Brigitte Sonnberger)

Straßenkinder in Hyderabad

Father Bellamkonda Sudhakar SDB ist Leiter des Straßenkinderzentrums der Salesianer in Hyderabad in Indien. Seit 20 Jahren gibt es in der der 8-Millionen-Metropole ein Programm für rund 1.000 Straßenkinder. Die Don Bosco Mission Austria wird zwei Projekte unterstützen: Einerseits die Nahrungsmittelversorgung der Straßenkinder und zweitens sollen Ausbildungsstipendien finanziert werden.

Mehr über seine Arbeit erzählte Fr. Sudhakar im Interview bei seinem Besuch bei der Don Bosco Mission Austria in Wien.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit in Hyderabad und welche Ziele haben die Salesianer?

Wir haben in 20 Jahren Ausbildungen für acht Berufe aufgebaut. Viele haben eine Arbeit bekommen – das ist ein großer Erfolg. Unsere ehemaligen Schüler sind heute zum Beispiel bei der Polizei oder arbeiten in einer Bank und öffentlichen Stellen. Ein junger Mann studiert sogar in Österreich. Das macht uns natürlich stolz. In den kommenden zwei Jahren wollen wir die Hilfe im „Boys Home“ absichern. Betreut werden 300 Buben, die Straßenkinder, Waisen oder soziale Waisen sind. Die Angebote im „Girls Home“ gibt es seit zwei Jahren. Das Ziel unseres sozialen Netzwerkes ist es, der Not entgegenzuwirken, denn wir wollen niemanden abweisen.

Was machen die Volontärinnen aus Österreich in Hyderabad?

Die Volontärinnen sind gut integriert. Sie geben zusätzlich Englischstunden in der Früh, bevor der Unterricht in den Lehrwerkstätten beginnt und bereiten die Schüler auf einen Englischtest vor. Dann begleiten sie während des Tages Jugendliche in den Einrichtungen und an Sonntagen organisieren sie ein Freizeitprogramm.

Wie feiern Sie das Don Bosco Fest am 31. Jänner?

Wir haben ein „Open House“ mit einem Gottesdienst und gemeinsamen Mittagessen. Wir laden alle Kinder aus der Umgebung ein, auch Spender und Wohltäter. Besonders hübsch ist immer die Dekoration: bunte Luftballons, Tanz, Musik und Theateraufführungen dürfen nicht fehlen.

(sl)

25-Jahr-Jubiläum in Ghana

Für eine bessere Zukunft

Die Salesianer feierten das 25-Jahr-Jubiläum ihrer Arbeit in Ghana.

„Don Bosco rettete und rettet Menschen wie uns für eine bessere Zukunft. Der Auftrag und die Vision Don Boscos ist noch immer lebendig.“ So berührend waren die Zeugnisse der ehemaligen Schüler in Sunyani anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Salesianerpräsenz in Ghana. Immer wieder betonten die jungen Menschen, dass sie ohne Don Bosco keine Chancen gehabt hätten.

Auch eine Delegation aus Österreich und Deutschland  feierte am 21. Oktober 2017 mit den Mitbrüdern und Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft das silberne Jubiläum Don Boscos. Pater Petrus Obermüller hat seine Freude Ausdruck verliehen, dass Bruder Günter Mayer 18 Jahre in Ghana als Missionar gearbeitet hat und jetzt wieder in Österreich tätig ist, um die Geschäftsführung von Don Bosco Mission Austria zu leiten. So sei er weiterhin mit Ghana in Verbindung: „Es ist schön, dass durch die Mithilfe von Salesianern aus Österreich und Deutschland Großartiges für benachteiligte Kinder und Jugendliche aufgebaut werden konnte.“

Die österreichischen Salesianer Don Boscos haben das „Wunder von Ghana“ finanziell und personell bis heute unterstützt. Zusätzlich haben rund 70 Volontäre aus Österreich einen Freiwilligeneinsatz im Land getätigt. Provinzial Pater Petrus Obermüller SDB hob hervor, dass das Charisma Don Boscos in Ghana lebendig ist und Früchte trägt: „Ich freue mich besonders, dass sich junge Menschen durch ihren Freiwilligeneinsatz als Protagonisten im Dienst an den Nächsten zeigen.“

Das sagte auch der Leiter der Don Bosco Mission Bonn, Pater Josef Grüner SDB: Er ist glücklich über die Zusammenarbeit der Mitbrüder und Volontäre in Ghana: „Sie haben nicht nur viele Informationen über Ghana mitgebracht, sondern auch die Beziehungen vertieft.“ Als Geschenk brachte er einen kleinen Engel zur Erinnerung, dass alle füreinander Freunde und Engeln sein sollen.

Bürgermeister  Martin Obeng sagte bei der Feier: „Ich habe die Arbeit im Don Bosco Technical Institut immer bewundert für den Beitrag für Afrikas Zukunft.“ Das betonte auch Pater Michael Karikunnel SDB, der seit 1992 im Land als Missionar tätig ist: „Junge Menschen sind der Lebensquell jeder Gesellschaft. Die Salesianer gehen gemeinsam mit der Jugend, weil wir vom Wert und den Möglichkeiten jedes einzelnen Menschen überzeugt sind.“ Für die Arbeit dankten den Salesianern auch Bischof Matthew Gyamfi und der Vertreter des örtlichen Bildungsministeriums sowie der italienische Botschafter.

Die Salesianer Don Boscos in Ghana

Bruder Günter Mayer sagt über die wichtigsten Erfolge der Arbeit: “Mit unserem Programm "Youth for Life" in Schulen und Pfarren haben wir Tausende erreicht. Mit unserer beruflichen Ausbildung haben wir Hunderten ehemaligen Straßenkindern geholfen. Verschleppte Kinder konnten aus der Zwangsarbeit befreit werden, um eine Ausbildung zu bekommen. Wir unterstützen auch Kinder aus benachteiligten Familien mit Stipendien. Wichtig ist mir dabei: Was wir in den vergangenen 25 Jahren erreicht haben, hätten wir ohne die Großzügigkeit aus Österreich niemals alleine geschafft. Dafür sind wir sehr dankbar.”

Ghana bildet seit 2004 zusammen mit Nigeria, Liberia und Sierra Leone die Provinz Anglophone Westafrika der Salesianer Don Boscos. Die rund 190 Ordensmänner, die in der Provinz im Einsatz sind, widmen sich vor allem der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, da diese in Westafrika besonderen Gefahren ausgesetzt sind. In Ghana haben die Salesianer drei Standorte: 1992 begannen sie ihre Arbeit in Odumase, einem Vorort von Sunyani, und umliegenden Dörfern. 1996 folgte der Standort in Ashaiman, einem Vorort von Accra. 2016 kam Tatale im Norden des Landes hinzu – eine besonders arme Region, in der die Ordensgemeinschaft inzwischen in rund 30 Dörfern tätig ist. Insgesamt betreuen die Salesianer rund 12.000 Gläubige in vier Pfarren und 42 Missionen - Außenstationen. Sie betreiben mehrere Berufsschulen, Grundschulen, Vorschulen, Oratorien und Jugendzentren. Mit Stipendien ermöglicht der Orden jedes Jahr rund 3.100 Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch.

(lana ivanjek/presse don bosco)

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