Don Bosco in Afrika

Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am Samstag, dem 25. November 2017, zum Seminar „Don Bosco in Afrika“ ins Salesianum in Wien. Dazu eingeladen hatte das Don Bosco Bildungsforum in Zusammenarbeit mit der Don Bosco Mission Austria.

Bruder Günter Mayer, der selbst 18 Jahre lang als Missionar in Ghana gearbeitet hat, gab einen Überblick über die historische Entwicklung der Salesianer Don Boscos in Afrika und berichtete über die aktuelle Arbeit der Mitbrüder anhand von ausgewählten Beispielen aus Ghana. In einem Kurzinterview stellte Provinzial Pater Petrus Obermüller Bruder Günter, der jetzt Leiter der Don Bosco Mission Austria ist, und seinen missionarischen Werdegang vor.

Schwester Birgit Baier, Missionsprokuratorin der Don Bosco Schwestern in Deutschland, berichtete in ihrem Referat über die Geschichte der Don Bosco Schwestern in Afrika und über die Arbeit ihrer Mitschwestern am afrikanischen Kontinent. Sie kümmern sich vor allem um Kleinkinder und hilfsbedürftige Frauen, insbesondere um junge Mütter. Die sehr anschauliche Präsentation wurde durch zwei Kurzfilme über die Don Bosco Schwestern und ihre Arbeit in Benin (Cotonou) und Südsudan (Wau, Gesundheitszentrum) ergänzt.

Als dritter Part berichtete der ehemalige Ghana-Volontär Alexander Gundendorfer aus Oberösterreich von seinen Erfahrungen, die er während seines 14-monatigen Aufenthaltes in Sunyani in Ghana gemacht hatte. Seine persönlichen Eindrücke und Schilderungen vermittelten dem Publikum ein lebendiges Zeugnis dieser wichtigen Freiwilligenarbeit mit den Salesianern Don Boscos.

Nach einem ausgiebigen und ausgezeichneten Mittagessen – Lana Ivanjek sorgte mit ihrem ambitionierten Küchenteam für ein dreigängiges Menü mit Suppe, Lasagne und Tiramisu – leitete eine österreichisch-senegalesische Combo den Nachmittag mit afrikanischen Trommeln und Tänzen ein. Die rhythmisch-ausdrucksstarke Darbietung wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen.

Es folgten drei Workshops: Bruder Günter Mayer mit dem Thema „Wie die Kirche heute Mission versteht und wie Mission und Entwicklungsarbeit sich ergänzen können“ – Schwester Birgit Baier mit dem Thema „Der hohe Stellenwert der Religion in der afrikanischen Bevölkerung und welches Potential steckt in der Religion für nachhaltige Entwicklung und Frieden“, und Carina Baumgartner mit dem Thema „Erfahrungen und verschiedene Methoden des Freiwilligendienstes“.

Die Workshops wurden gut besucht, boten einen intensiven und regen Austausch und vermittelten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch einen Blick in die Zukunft.

Zum Ausklang übten sich alle Anwesenden unter der Anleitung von Carina Baumgartner in äthiopischen Volkstänzen. Ein gemeinsames Gebet mit Pater Emmanuel Obi aus Nigeria und Dankesworte von Provinzial Pater Petrus Obermüller beendeten den lebendigen Tag.

Die Don Bosco Mission Austria freut sich über die zahlreiche Teilnahme, über das rege Interesse am Thema „Don Bosco in Afrika“ und über das gelungene Miteinander im Geist Don Boscos.

(Brigitte Sonnberger)

"Entwicklungsmilliarde" für Afrika

Die Don Bosco Mission Austria unterstützt zentrale Forderungen kirchlicher Entwicklungshilfe-NGOs bei der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften.

Heinz Hödl, der Geschäftsführer der "Koordinierungsstelle für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) skizzierte bei der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften in Wien zentrale Forderungen kirchlicher Entwicklungshilfe-NGOs an die Koalitionsverhandler, darunter u. a. eine "Entwicklungsmilliarde für Afrika": "Wir fordern, dass sich Österreich als verantwortungsvolles Mitglied der internationalen Gemeinschaft den globalen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen stellt.

„Auch die Salesianer Don Boscos setzen Solarenergie und alternativen landwirtschaftlichen Anbau in ihren Missionen ein“, berichtet Bruder Günther Mayer, Geschäftsführer der Don Bosco Mission Austria. „Auch wir verstehen das als Beitrag zum Klimaschutz in unserer Verantwortung für die Schöpfung.“

Hödl unterstrich die Forderung heimischer entwicklungspolitischer Hilfsorganisationen, wonach die künftige Regierung im Rahmen eines "Marshallplans für Afrika" in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Euro in die Entwicklungshilfe für Afrika investieren soll. Über Österreich hinaus sollte die Regierung während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 einen Afrika-Schwerpunkt setzen.

Hödl forderte von der künftigen Regierung weiters auch die entschiedenere Umsetzung der von den Vereinten Nationen 2015 beschlossenen 17 "Nachhaltigen Entwicklungszielen", wonach bis 2030 Hunger und Armut weltweit überwunden werden sollen. Die Entwicklungsziele gehen über die bisherige Entwicklungspolitik hinaus und bilden Leitlinien für nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene. An erster Stelle steht weiterhin die Überwindung von Armut und Hunger. Ebenso bleiben Gesundheit, Bildung und der Schutz von Lebensgrundlagen auf der Agenda. Allerdings kommen auch gesellschaftspolitische Ziele wie Gleichheit der Geschlechter, eine gerechte Steuerpolitik, die Verringerung der Ungleichheit zwischen Staaten oder der Zugang zu Rechtshilfe und inklusive Institutionen hinzu.

Der KOO-Geschäftsführer sprach in diesem Zusammenhang auch von einer Chance für Österreich: Würde Österreich die gesamte Umwelt-und Förderpolitik auf der Basis der 17 Nachhaltigkeitsziele ausrichten und gleichzeitig keine Ziele mehr aktiv fördern, die diesen Nachhaltigkeitszielen widersprächen, dann würde Österreich gemäß einer Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) jährlich 4,7 Milliarden Euro einsparen.

Faire Steuern und Handel

Hödl forderte die Regierungsverhandler weiters auf, die staatlichen Budgetmittel für Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe zu erhöhen und zweckgebunden einzusetzen. Weiters rief er zur aktiveren Unterstützung von EZA-Partnerländern im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Korruption und beim Aufbau progressiver nationaler Steuersysteme auf. Zudem brauche es endlich eine gerechte Besteuerung transnationaler Konzerne.

Eine weitere KOO-Forderung betrifft die Umsetzung einer fairen Handelspolitik. Fairer Handel bedeute, die Überschwemmung afrikanischer Märkte durch EU-subventionierte Obst-, Gemüse, Milch- und/oder Fleischprodukte zu beenden, und damit ein Ende der Zerstörung lokaler und regionaler Produktion und Märkte, so Hödl.
Er mahnte auch einmal mehr die Regierung zu einer ambitionierten Klimapolitik. "Der komplexe Zusammenhang zwischen den Themen Klimaschutz, Energiepolitik, Einhaltung des Paris Vertrages lässt sich auf eine konkrete Zielsetzung zusammenfassen: Österreich muss seine Treibhausgas Emissionen jährlich zumindest um 3 Millionen Tonnen senken", so Hödl.

Hödl äußerte sich beim Missionstag der heimischen Ordensgemeinschaften im Wiener Kardinal-König-Haus. Veranstalter des Missionstages ist das Missionsreferat der Ordensgemeinschaften, das die missionarisch tätigen Ordensgemeinschaften Österreichs vernetzt. Auch in der "Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für Mission und Entwicklung" (KOO) sind Vertreter der Missionsorden wie die Salesianer Don Boscos präsent.

(KAP/red)

Straßenkinder in Hyderabad

Father Bellamkonda Sudhakar SDB ist Leiter des Straßenkinderzentrums der Salesianer in Hyderabad in Indien. Seit 20 Jahren gibt es in der der 8-Millionen-Metropole ein Programm für rund 1.000 Straßenkinder. Die Don Bosco Mission Austria wird zwei Projekte unterstützen: Einerseits die Nahrungsmittelversorgung der Straßenkinder und zweitens sollen Ausbildungsstipendien finanziert werden.

Mehr über seine Arbeit erzählte Fr. Sudhakar im Interview bei seinem Besuch bei der Don Bosco Mission Austria in Wien.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit in Hyderabad und welche Ziele haben die Salesianer?

Wir haben in 20 Jahren Ausbildungen für acht Berufe aufgebaut. Viele haben eine Arbeit bekommen – das ist ein großer Erfolg. Unsere ehemaligen Schüler sind heute zum Beispiel bei der Polizei oder arbeiten in einer Bank und öffentlichen Stellen. Ein junger Mann studiert sogar in Österreich. Das macht uns natürlich stolz. In den kommenden zwei Jahren wollen wir die Hilfe im „Boys Home“ absichern. Betreut werden 300 Buben, die Straßenkinder, Waisen oder soziale Waisen sind. Die Angebote im „Girls Home“ gibt es seit zwei Jahren. Das Ziel unseres sozialen Netzwerkes ist es, der Not entgegenzuwirken, denn wir wollen niemanden abweisen.

Was machen die Volontärinnen aus Österreich in Hyderabad?

Die Volontärinnen sind gut integriert. Sie geben zusätzlich Englischstunden in der Früh, bevor der Unterricht in den Lehrwerkstätten beginnt und bereiten die Schüler auf einen Englischtest vor. Dann begleiten sie während des Tages Jugendliche in den Einrichtungen und an Sonntagen organisieren sie ein Freizeitprogramm.

Wie feiern Sie das Don Bosco Fest am 31. Jänner?

Wir haben ein „Open House“ mit einem Gottesdienst und gemeinsamen Mittagessen. Wir laden alle Kinder aus der Umgebung ein, auch Spender und Wohltäter. Besonders hübsch ist immer die Dekoration: bunte Luftballons, Tanz, Musik und Theateraufführungen dürfen nicht fehlen.

(sl)

25-Jahr-Jubiläum in Ghana

Für eine bessere Zukunft

Die Salesianer feierten das 25-Jahr-Jubiläum ihrer Arbeit in Ghana.

„Don Bosco rettete und rettet Menschen wie uns für eine bessere Zukunft. Der Auftrag und die Vision Don Boscos ist noch immer lebendig.“ So berührend waren die Zeugnisse der ehemaligen Schüler in Sunyani anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der Salesianerpräsenz in Ghana. Immer wieder betonten die jungen Menschen, dass sie ohne Don Bosco keine Chancen gehabt hätten.

Auch eine Delegation aus Österreich und Deutschland  feierte am 21. Oktober 2017 mit den Mitbrüdern und Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft das silberne Jubiläum Don Boscos. Pater Petrus Obermüller hat seine Freude Ausdruck verliehen, dass Bruder Günter Mayer 18 Jahre in Ghana als Missionar gearbeitet hat und jetzt wieder in Österreich tätig ist, um die Geschäftsführung von Don Bosco Mission Austria zu leiten. So sei er weiterhin mit Ghana in Verbindung: „Es ist schön, dass durch die Mithilfe von Salesianern aus Österreich und Deutschland Großartiges für benachteiligte Kinder und Jugendliche aufgebaut werden konnte.“

Die österreichischen Salesianer Don Boscos haben das „Wunder von Ghana“ finanziell und personell bis heute unterstützt. Zusätzlich haben rund 70 Volontäre aus Österreich einen Freiwilligeneinsatz im Land getätigt. Provinzial Pater Petrus Obermüller SDB hob hervor, dass das Charisma Don Boscos in Ghana lebendig ist und Früchte trägt: „Ich freue mich besonders, dass sich junge Menschen durch ihren Freiwilligeneinsatz als Protagonisten im Dienst an den Nächsten zeigen.“

Das sagte auch der Leiter der Don Bosco Mission Bonn, Pater Josef Grüner SDB: Er ist glücklich über die Zusammenarbeit der Mitbrüder und Volontäre in Ghana: „Sie haben nicht nur viele Informationen über Ghana mitgebracht, sondern auch die Beziehungen vertieft.“ Als Geschenk brachte er einen kleinen Engel zur Erinnerung, dass alle füreinander Freunde und Engeln sein sollen.

Bürgermeister  Martin Obeng sagte bei der Feier: „Ich habe die Arbeit im Don Bosco Technical Institut immer bewundert für den Beitrag für Afrikas Zukunft.“ Das betonte auch Pater Michael Karikunnel SDB, der seit 1992 im Land als Missionar tätig ist: „Junge Menschen sind der Lebensquell jeder Gesellschaft. Die Salesianer gehen gemeinsam mit der Jugend, weil wir vom Wert und den Möglichkeiten jedes einzelnen Menschen überzeugt sind.“ Für die Arbeit dankten den Salesianern auch Bischof Matthew Gyamfi und der Vertreter des örtlichen Bildungsministeriums sowie der italienische Botschafter.

Die Salesianer Don Boscos in Ghana

Bruder Günter Mayer sagt über die wichtigsten Erfolge der Arbeit: “Mit unserem Programm "Youth for Life" in Schulen und Pfarren haben wir Tausende erreicht. Mit unserer beruflichen Ausbildung haben wir Hunderten ehemaligen Straßenkindern geholfen. Verschleppte Kinder konnten aus der Zwangsarbeit befreit werden, um eine Ausbildung zu bekommen. Wir unterstützen auch Kinder aus benachteiligten Familien mit Stipendien. Wichtig ist mir dabei: Was wir in den vergangenen 25 Jahren erreicht haben, hätten wir ohne die Großzügigkeit aus Österreich niemals alleine geschafft. Dafür sind wir sehr dankbar.”

Ghana bildet seit 2004 zusammen mit Nigeria, Liberia und Sierra Leone die Provinz Anglophone Westafrika der Salesianer Don Boscos. Die rund 190 Ordensmänner, die in der Provinz im Einsatz sind, widmen sich vor allem der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, da diese in Westafrika besonderen Gefahren ausgesetzt sind. In Ghana haben die Salesianer drei Standorte: 1992 begannen sie ihre Arbeit in Odumase, einem Vorort von Sunyani, und umliegenden Dörfern. 1996 folgte der Standort in Ashaiman, einem Vorort von Accra. 2016 kam Tatale im Norden des Landes hinzu – eine besonders arme Region, in der die Ordensgemeinschaft inzwischen in rund 30 Dörfern tätig ist. Insgesamt betreuen die Salesianer rund 12.000 Gläubige in vier Pfarren und 42 Missionen - Außenstationen. Sie betreiben mehrere Berufsschulen, Grundschulen, Vorschulen, Oratorien und Jugendzentren. Mit Stipendien ermöglicht der Orden jedes Jahr rund 3.100 Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch.

(lana ivanjek/presse don bosco)

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